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PTBS bei Soldaten

Posttraumatische Belastungsstörung bei Soldaten

Nach dem Kriegseinsatz

Es ist wieder soweit: Ein ehemaliger Soldat ruft mich an. Ich empfinde ihn als schwingungsarm, was so viel bedeutet, dass bei mir wenig ankommt, von dem, was er fühlt. Und das ist in diesem Fall nicht verwunderlich, denn er fühlt: nichts.

 

Seine Gefühle sind wie abgeschnitten. Aber Bilder kennt er. Schlimme Bilder. Die suchen ihn wieder und wieder heim. In seinem Kopf. Der Kopf ist überfordert. Der Kopf wird verrückt. Der Kopf kann nicht zur Ruhe kommen. Der Kopf wird bombardiert. Attackiert. Überfallen. Nicht in Ruhe gelassen. Wie im Krieg eben.


Das ist die Situation, die mir ehemalige Soldat*innen, die vor einiger Zeit in Kriegseinsätzen waren, schildern. Das ist ihr neuer Alltag nach dem Kriegseinsatz mit ihrer PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung).

Alleingelassen

Menschen, die dies erlebt haben und unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, kommen häufig in einem desolaten Zustand in meine Praxis. Oft fühlen sie sich allein, da ihre Familie es nicht mehr mit ihnen ausgehalten hat. Manchmal kommen sie mit einem Alkohol- oder Drogenproblem, denn die Droge hilft für einen kurzen Moment dabei, die Wucht der Bilder zu betäuben und die ständige, starke innere Anspannung zu lösen. Eine echte Lösung ist das natürlich nicht. Nur ein weiteres schwerwiegendes Problem, das sich zu der Vielzahl an Symptomen hinzu gesellt und das Leben weiter in die Abwärtsspirale zwingt.

Symptome PTBS

Die Bilder und sich aufdrängenden Erinnerungen, die sogenannten Flashbacks, sind typische Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Begleitet werden sie häufig von Alpträumen, Schlafstörungen, übersteigerter Schreckhaftigkeit und Freudlosigkeit.

 

Manchmal ist es sogar so gravierend, dass ein andauerndes Gefühl des Betäubtseins oder emotionaler Stumpfheit auftreten. Betroffene wittern Gefahr hinter jeder Ecke, sind stets zum Kampf bereit. Ihr gesamtes vegetatives Nervensystem steht auf Kampf oder Flucht. Und es lässt sich nicht mehr beruhigen.


Körperliche Erkrankungen, Angst, Depressionen, Aggressionen und Suizidgedanken können die Folge sein. 

 

Betroffene erkennen sich selbst nicht wieder. Wie sollen es dann andere schaffen? Familienangehörige halten das Zusammenleben nur noch schwer oder gar nicht aus. Alles ist anders. Alles scheint kaputt.

Stell Dich nicht so an!

Immer wieder berichten ehemalige Soldat*innen, dass sie sich nicht ausreichend gesehen und gewürdigt fühlen mit diesen einschneidenden psychischen Problemen, die sie aus dem Kriegseinsatz davon getragen haben. Oft haben sie Sätze wie "Stell Dich nicht so an!" oder "Das war doch nicht so schlimm" gehört. Einfühlungsvermögen, eine angemessene Traumabewältigung und Fürsorge? Leider häufig Fehlanzeige. 

Was ich zu erzählen habe, kann niemand aushalten!

Gerne würden Betroffene sich jemandem anvertrauen. Die Kamerad*innen wissen oft selbst nicht, wohin. Sie sind ja häufig selbst traumatisiert. Familie und Freunde? Denen möchte man diese schlimmen Erlebnisse nicht zumuten. Sie machen sich ja sowieso schon so große Sorgen.

 

"Was ich zu erzählen hätte, kann keiner aushalten. Schlimm genug, dass ich darunter leide". sagen sich viele ehemalige Soldat*innen. 


Dabei ist es so wichtig, über das Erlebte zu sprechen. Sich zu sortieren, alle Selbstzweifel, alle Fragen, alle Werte, die ganze Persönlichkeit wieder zurecht zu rücken. Einen Umgang damit finden, dass sie Verletzungen und Tod gesehen oder sogar verursacht haben.

 

In meiner Praxis sind Menschen mit einem Kriegstrauma genau so willkommen, wie Opfer sexueller Gewalt, traumatisierte Zeug*innen eines schweren Unfalls oder Menschen mit anderen schwierigen Lebenssituationen. Für mich gehört all das, was den Menschen dort widerfahren ist, zum Leben dazu. 

Verdrängung = Abwendung vom Leben

Wenn Du Dich von den traumatischen Erfahrungen im Leben abwendest, wendest Du Dich vom Leben selbst ab.

 

Indem Du Dich diesen schlimmen Erlebnissen liebevoll zuwendest, wendest Du Dich Deinem Leben zu. Das entspricht genau meiner inneren Haltung. Ich begleite Dich gern durch Dein Trauma. Genauso, wie ich Menschen bei der Aufarbeitung ihrer Neurosen begleite. Vor mir sitzt immer ein Mensch, der ein Stück seines Weges Unterstützung braucht.


Es ist so wichtig, den betroffenen Kriegsrückkehrer*innen einen professionellen Rahmen zu geben, in dem sie sich mit ihren schlimmen Erlebnissen intensiv und gut begleitet auseinandersetzen können.

Angst vor Retraumatisierung

Hast Du Angst vor einer Retraumatisierung? Diesen Begriff verwende ich persönlich ungern. Denn meine Erfahrung zeigt mir, dass die Traumaarbeit nicht schlimmer ist, als das Erlebte und die Symptome selbst. Im Gegenteil: Während der Sitzungen gehe ich mit Dir dorthin, wo es weh tut. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass eine Milderung der Symptome oft erst dann eintreten kann, wenn im Schmerz gearbeitet, der Schmerz gespürt und liebevoll durch ihn hindurch begleitet wurde.

 

Menschen können traumatische Erfahrungen nicht mit dem Verstand verarbeiten. Alles ist im Körper gespeichert und über den Körper kann es wieder herausgelöst werden. Wichtig ist, dass während der Sitzung entsprechende therapeutische Interventionen stattfinden und zwar so lange, bis die vegetative Übererregtheit sich in tiefster Entspannung auflöst.

Durch den Schmerz der PTBS in die Entspannung

Ich führe für diese Arbeit meine Klient*innen in einen tiefen Trancezustand und reise selbst mit geschlossenen Augen tief in ihr Innenleben mit hinein. Ich begleite die Klient*in bei jedem noch so kleinen Schritt, bei jedem Gefühl, jedem Bild, jeder Emotion therapeutisch. Immer darauf bedacht, dort, wo das eigentliche Trauma, die hochemotionale und schmerzhafte Ladung sitzt, eine Auflösung herbeizuführen.

 

Wenn nötig, stelle ich der Klient*in noch andere, Sicherheit bringende Unterstützer (das kann z. B. die stärkste und kraftvollste Version ihrer selbst sein) zur Seite, so lange, bis ein tiefes Loslassen geschehen kann. Für mich ist es eine der schönsten Tätigkeiten als Psychotherapeutin, meine Klient*innen in dieses tiefe Loslassen zu begleiten.

 

Das Erleben einer tiefen Entspannung, ein tiefes Loslassen ist übrigens auch unabhängig von einer Psychotherapie bei THERAPIE am DEICH möglich!

Die Momente des Loslassens genießen

Oftmals leite ich noch eine längere Atementspannung an, weil die ehemaligen Soldat*innen berichten, dass sie oft seit langer Zeit nicht mehr in solch einem entspannten Zustand waren. Die posttraumatische Belastungsstörung ließ sie einfach nie zur Ruhe kommen. Sie möchten den Moment der tiefen köperlichen und geistigen Entspannung genießen, auskosten und spüren, dass dies nun wieder möglich ist.

 

Und das dürfen Sie auch, denn wenn unser System die Entspannung und die Freiheit spürt, kann sich alles darauf ausrichten und sich sukzessive dorthin entwickeln.


100% therapeutische Präsenz enorm wichtig bei Traumatisierungen

Mein wichtigster Wegweiser bei dieser Arbeit bin ich selbst. Durch das tiefe mit einsteigen spüre ich jede Emotion der Klient*in am eigenen Leib. Ich kann mit geschlossenen Augen spüren, was passiert. All meine Empathie und mein Feingefühl sind in diesem Moment voll da. Ich habe all mein therapeutisches Werkzeug im Anschlag, wie die Klient*in ihre Waffe im Anschlag hat. Während meine Klient*in höchst wach am Kriegsschauplatz ist, bin ich höchst wach in meiner Therapeutinnenrolle und begleite sie.

 

Durch diese intensive Begleitung fühlt sich die Klient*in gesehen und getragen. Sie kann sich fallen lassen und wieder Vertrauen schöpfen. Vertrauen - ein Gefühl, das durch die Kriegserlebnisse quasi verschwunden war und so wichtig für die Verarbeitung des Traumas und die Gestaltung des weiteren Lebens ist.

Neuorientierung: Wer bist Du nach der PTBS?

Je nach Schwere der Traumatisierungen, der Erlebnisse im Einsatz, erfordert diese Arbeit eine ganze Reihe von Therapiesitzungen.

 

Mit der Zeit kann mehr und mehr geschaut werden: "Wer bin ich nach dieser Zeit im Krieg und mit meiner PTBS?". Was will ich von meinem Leben? Wo stehe ich? Wie kann ich jetzt weitermachen. Wie schaffe ich es, mir wieder ein lebenswertes Leben aufzubauen? Wie geht es nach dem Trauma beruflich mit mir weiter? Wie finde ich einen guten Umgang mit meinen Liebsten? Was sind meine Werte? Wie möchte ich sie leben? Wer kann mich dabei unterstützen? Wer tut mir gut?

 

Stimmige Antworten auf all diese Fragen finden sich nie im Außen, sondern immer nur im Inneren eines jeden Menschen. Um der Intuition, der inneren Weisheit, wieder unbeeinträchtigt lauschen zu können, bedarf es jedoch einer liebevollen und wohlwollenden Begleitung - und Zeit. Manchmal viel Zeit. Und es kann sich wirklich lohnen, sich diese wertvolle Zeit der inneren Arbeit zu erlauben.

Schritte in die Veränderung

Warst Du Soldatin oder bist es noch? Begleiten Dich schreckliche Kriegsbilder oder andere PTBS-Symptome? Gegebenenfalls ist in diesem Fall eine Konsultierung einer Psychiater*in/Neurolog*in und eine medikamentöse Versorgung nötig. Bei der Klärung dieser Frage, unterstütze ich Dich gern in einem ersten unverbindlichen Kennlerngespräch.

 

Vielleicht hast Du sogar schon einige Therapien bzw. Klinikaufenthalte hinter Dir und leidest dennoch unter den Belastungen. Oder Du wünschst Dir einfach noch zusätzlich eine alternative Form der Begleitung und fühlst Dich von meiner Art der Arbeit angesprochen?

 

Dann buche gern einen kostenlosen Kennlerntermin hier. Wir werden gemeinsam schauen, welche Schritte nötig sind, um Dich in die Veränderung zu bringen.

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