Therapieformen

An dieser Stelle gebe ich Ihnen einen sehr vereinfachten und sehr kurzen Überblick über einige der in der integrativen Psychotherapie herangezogenen Therapieformen.  Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient lediglich eines Überblicks. Zur Vertiefung empfehle ich gern entsprechende Fachliteratur.

Gestaltpsychotherapie

Im Rahmen der integrativen Psychotherapie greife ich gern auf die Gestalttherapie zurück. Aber was bedeutet eigentlich Gestalttherapie? Hierzu zitiere ich Albrecht Boeck aus seinem Buch "Gestalttherapie - eine praxisbezogene Einführung":

 

 "Gestalttherapie geht von der grundsätzlichen Leib-Seele-Geist-Einheit aus. Sie versteht den Menschen als selbstregulierenden Organismus im Kontakt mit seinem lebensnotwendigen, physischen und sozialen Umfeld. Störungen des Verhaltens oder der Befindlichkeit sind auf die Blockierung dieser Selbstregulation im Kontakt mit dem Umfeld zurückzuführen. Gestattherapie ist eine Methode, die bei der Auflösung dieser Blockaden hilft. Sie konzentriert sich dabei auf das, was im "HIER und JETZT" im Kontakt mit der Mitwelt und Umwelt im Vordergrund des Gewahrseins ist. Ihr Ziel ist es, auf diese Weise die lebendigen Potenziale der Persönlichkeit freizulegen und den kreativen Kontakt der Menschen mit ihrer Umwelt zu fördern. Gestalttherapie ist daher nicht nur ein erprobtes und effektives Verfahren zur Behandlung einer großen Zahl seelischer oder psychotsomatischer Störungen, sondern kann auch die Persönlichkeitsentfaltung gesunder Menschen sinnvoll unterstützen."

Tiefenpsychologie

Zum Thema Tiefenpsychologie greife ich auf eine Zusammenfassung aus dem Seminar "Tiefenpsychologie (IPT)" an der Heilpraktikerakademie Deutschland mit dem Dozenten Finn Rößner, zurück, da ich finde, dass die tiefenpsychologischen Grundannahmen hier gut verständlich zusammengefasst sind:

 

"Unser Fühlen, Denken und Handeln wird maßgeblich durch innere Psychodynamiken, das unwillkürliche Unbewusste, bestimmt. Stabile dysfunktionale Muster führen zu sich wiederholenden, leidbringenden Beziehungserfahrungen im Laufe der Biographie. Sowohl funktionale als auch dysfunktionale Dynamiken entstehen im Kindesalter durch Beziehungserfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen. Die Qualität dieser Beziehungserfahrungen und die Funktionalität der resultierenden inneren Dynamiken beeinflussen maßgeblich die (psychische) Gesundheit eines Menschen und dessen Chance auf ein gelungenes, glückliches Leben.

Als Menschen befinden wir uns im Spannungsfeld zwischen der Tendenz zur Aufrechterhaltung der bekannten dysfunktionalen Muster (Wiederholungszwang) und der Sehnsucht nach ihrer Integration in ein funktionaleres Ganzes (Selbstaktualisierungstendenz). Die gemeinsame Reflektion dieser Dynamiken in der Therapie kann zu neuen Optionen im Fühlen, Denken und Handeln führen. Ziel einer prozessorientieren integrativen Tiefenpsychologie ist es, den Klienten in einen zielführenden Selbstaktualisierungszustand zu bringen."

Nichtdirektive Gesprächsführung nach Carl Rogers - Gesprächspsychotherapie

Die Grundhaltungen der nichtdirektiven Gesprächsführung nach Carl Rogers sind

 

Empathie (Einfühlungsvermögen)

Akzeptanz (Unbedingte Wertschätzung, positive Beachtung)

Kongruenz (Übereinstimmung mit sich selbst)

 

Im Zentrum des klienten- bzw. personenzentrierten Ansatzes stehen das Wachstum und die Entfaltung von Persönlichkeit.

 

"Die Aktualisierungstendenz ist die dem Organismus innewohnende Tendenz zur Entwicklung all seiner Möglichkeiten; und zwar so, dass sie der Erhaltung oder Förderung des Organismus dienen (…). Der Begriff beinhaltet die Tendenz des Organismus zur Differenzierung seiner selbst und seiner Funktionen, er beinhaltet Erweiterung im Sinne von Wachstum (…), dies meint die Entwicklung hin zur Autonomie" (Rogers, 1959/1987, S. 21-22)

Körperorientierte Psychotherapie

Körperorientierte Psychotherapie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Therapieverfahren, die den Körper bewusst als Ressource mit in den therapeutischen Prozess einbeziehen. Hintergrund ist die Sichtweise, dass Körper und Psyche eine nicht trennbare Einheit bilden. Die Körperwahrnehmung wird als Möglichkeit genutzt, unbewusste psychische Prozesse aufzudecken, also ins Bewusstsein zu bringen. Der persönliche Prozess und das Erleben wird hierbei durch Gespräche begleitet.

 

Die körperorientierte Psychotherapie kann gut bei Menschen mit einem starken körperlichen Zugang eingesetzt werden. Besonders aber auch bei Menschen, deren Gefühle schwer zu erreichen sind. Sie können oft gut über ihre Gefühle reden, diese aber nicht tatsächlich erfahren. Emotionales Erleben ist aber eine Voraussetzung für psychische Veränderung.

Psychodrama

Der Begriff Psychodrama geht zurück auf die Begriffe "Seele" (griech. Psyche) und "Handlung" (griech. Drama). "Psychodrama kann darum als diejenige Methode verstanden werden, die die Wahrheit der Seele durch Handlung ergründet". (Moreno)

 

Psychodrama ist eine handlungsorientierte Methode, mit der durch szenisches Spiel soziale und emotionale Konflikte dargestellt und bearbeitet werden können. Psychodrama ist ressourcen- und lösungsorientiert. Die vielfältigen Techniken des Psychodrama ermöglichen eine behutsame Externalisierung interpersoneller intrapsychischer Prozesse und mentaler Bilder, um diese sichtbar, fühlbar und gestaltbar zu machen.