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Verlustangst überwinden

Verlustangst - wie entsteht sie?

Es gibt viele Gründe, weshalb Menschen unter Verlustangst leiden. Am offensichtlichsten sind klar fassbare Einschnitte in der kindlichen Biografie. Die Trennung der Eltern, Verlust eines Elternteils, Verlust eines Großelternteils, Flucht, Umzüge, Verlust eines Freundeskreises durch z. B. Mobbing. Auch plötzliche Krankenhausaufenthalte können für ein Kind ein traumatisches Erlebnis darstellen.

 

Schwieriger wird es, wenn in der Kindheit KEINE offensichtlichen Gründe für Verlustängste zu finden sind. Und es lohnt sich, ganz genau hinzuschauen! Denn es kann auch sein, dass es sich um Erfahrungen handelt, die in vorigen Generationen gemacht und innerhalb der Familie weitergegeben wurden.

 

Diese familiären Verstrickungen sind oftmals auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Mit professioneller Unterstützung lassen sich diese alten Verletzungen aber durchaus aufspüren und bearbeiten. 


Wie zeigt sich Verlustangst?

Verlustangst kann viele Gesichter haben. Zeigt sie sich bei dem einen in Form von extremer Eifersucht, so kommt sie bei dem anderen durch Schlafstörungen zum Vorschein. Manche entwickeln eine generelle, nicht genau benennbare, ständige Angst, wiederum andere werden depressiv.

 

Tief sitzende Verlustängste sind also nicht immer leicht auszumachen. Sie verstecken sich hinter Körpersensationen, wie z. B. Herzrasen, Blasenentzündung oder Rückenschmerzen. Umso empfehlenswerter ist es, der Sache auf die Spur zu kommen.

5 praktische Tipps für die Ursachforschung

1. Lebenslinie malen

Male Dir auf ein Blatt Papier eine Lebenslinie. Nimm Dir Zeit und gehe alle Stationen in Deiner Entwicklung durch. Gab es besondere Ereignisse, Erfahrungen, Trennungen, Brüche etc. Markiere jede, auf den ersten Blick, noch so unwichtig erscheinende Begebenheit. Alles, was Dir einfällt IST wichtig, sonst würde es Dir nicht einfallen! Wenn Du an einem Erlebnis besonders hängen bleibst, spüre gern einmal genauer hinein! Wie hast Du Dich z. B. als 6jährige gefühlt, als Du sechs Wochen allein auf Kur geschickt wurdest? Vielleicht setzt Du Dich auch immer mal mit Deiner Lebenslinie auseinander und ergänzt alles, was Dir im Laufe der Zeit einfällt.

2. Verbindungen herstellen

Schaue, ob Du eine Verbindung zu Deiner heutigen Situation herstellen kannst. Gehe mit der 6jährigen in liebevollen Kontakt. Umarme sie und frage sie, was sie sich wünscht, was sie braucht, was ihre Gefühle, Ängste und Sorgen sind. Vielleicht nimmst Du auch einmal eine Art Vogelperspektive ein und schaust Dir die Szene von außen an. Was fällt Dir auf? Was ist Dein Impuls. Was würdest Du gern tun. Wie geht es Dir? Was nimmst Du wahr?

3. Ahnen einbeziehen

Notiere Dir traumatische Begebenheiten, die Du von Deinen Vorfahren weißt. Tiefsitzende Verlustängste können auch in unserer jetzigen Zeit durchaus noch Folgen von Krieg, Vertreibung, Flucht, Vergewaltigungen, Suiziden etc. sein. Erfahrungen, die vielleicht vor mehreren Generationen gemacht wurden, können heute noch großen Einfluss auf Dein Leben haben, wenn Du sie nicht erkennst und auflöst. Transgenerationale Arbeit kann sehr hilfreich beim überwinden von Verlustängsten sein.

4. Auf den Körper hören

Sei offen für alles, was sich zeigt! Auch wenn es "nur" ein Gefühl oder eine Körperreaktion ist. Dein Körper ist viel intelligenter, als Du glaubst. Und wenn Du Dir uns erlaubst, einmal genau hinzuspüren, braucht er sich nicht mit aller Gewalt durch schmerzhafte Symptome melden.

5. Unterstützung holen

Wenn Du magst, gehe den Spuren, die sich durch diese Arbeit ergeben, nach. Hole Dir Unterstützung durch meine Begleitung, wenn Du näher hinschauen möchtest! Verlustängste können überwunden werden, wenn wir Ihnen WIRKLICH unsere Aufmerksamkeit widmen!

Ich bin gut! Konzentration auf Ressourcen

Wenn Du Dich sehr belastet fühlst durch Deine Verlustangst, widme Dich Deinen Ressourcen. Was haben Deine Vorfahren Dir an guten Eigenschaften, an Stärken mitgegeben? Wofür bist Du dankbar? Vielleicht beginnst Du mit Deinem Körper. Danke ihm doch einmal für das, was er tagein tagaus alles für Dich leistet!

 

Energie folgt der Aufmerksamkeit! Wenn Du Dich oft damit beschäftigst, wofür Du dankbar bist, lenkst Du die Aufmerksamkeit auf etwas Positives. Du beschäftigst Dich automatisch weniger mit Deiner Angst. Dein System kann sich beruhigen, Dein Entspannungsnerv,  der Parasympathikus, wird gestärkt. Gönne Dir Angst-Pausen, indem Du freundlich zu Dir bist und Dich auf Deine Ressourcen konzentrierst.

Verlustangst überwinden durch Bewusstwerdung

Indem Du Dir mehr und mehr Deiner Gedanken und Handlungen bewusst wirst, wirst Du immer selbstbewusster. So einfach das klingt, fühlt es sich nicht immer an. Es ist eine Sache des Trainings und der Übung. Wie Du Deine  Muskeln trainierst, damit sie belastbarer werden, so kannst Du auch Deine Selbstwirksamkeit trainieren, damit eine positive Veränderung eintreten kann.

 

Je intensiver Du übst, positiv über Dich selbst zu denken, desto mehr wirst Du positive Momente in Dein Leben ziehen... Wann hast Du Dir das letzte Mal selbst ein Lächeln geschenkt? Wann hast Du Dir anerkennend auf die eigene Schulter geklopft? Wann hast Du Dir das letzte Mal wirklich Ruhe und Rückzug gegönnt?

Unabhängigkeit spüren - Verlustangst überwinden

Es ist noch kein Meister in Selbstliebe und Ur-Vertrauen vom Himmel gefallen! Probiere es ruhig immer wieder aus. Lasse Dich nicht entmutigen, Dich immer besser kennen zu lernen. In Deinem Leben darf Veränderung geschehen! Positive Veränderung! Erlaube Dir, glücklich und frei von Verlustängsten zu sein.

 

Dieser Artikel gibt lediglich einen kleinen Einblick in das große Thema Verlustängste. Er soll Dir Mut machen, Deine eigenen Themen einmal genauer anzuschauen. Wenn Du Dich  angesprochen fühlst und Dir professionelle Unterstützung in Deiner Persönlichkeitsentwicklung wünschst, vereinbare gern ein Erstgespräch hier.

 

Was sind Deine Erfahrungen mit der Überwindung von Verlustängsten? Ich freue mich über Deine Gedanken dazu im Kommentarfeld unten!

Foto von Andrea Piacquadio von Pexels
Foto von Andrea Piacquadio von Pexels

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Kommentare: 3
  • #1

    Corinna Stübiger (Dienstag, 09 Februar 2021 13:26)

    Liebe Dinah-Ann, danke für diesen großartigen Artikel, der so schön verständlich und erklärend ist und der Mut macht all denen, die unter dieser Angst leiden, die z.T. wirklich sehr einschränkend sein kann. Es ist eine tiefe und wertvolle Arbeit.
    Liebe Grüße, Corinna

  • #2

    Katharina (Dienstag, 09 Februar 2021 16:55)

    Vielen Dank, das ist wieder einmal ein sehr aufschlußreicher Artikel. Die Idee mit der Lebenslinie ist sehr gut und anschaulich. Vielen Dank für das Weitertragen von Deinem Wissensschatz!
    Alles Liebe
    Katharina

  • #3

    Alexandra (Dienstag, 09 Februar 2021 19:23)

    Liebe Dinah-Ann, vielen Dank für den tollen Beitrag. Insbesondere die generationsübergreifende Verstrickung finde ich faszinierend... Alles in allem sehr "Mut machend", niemand muss allein mit seiner Verlustangst sein - es gibt Hilfe - bei Dir zum Beispiel. Liebe Grüße Alexandra