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"Psychotherapie? Sowas brauche ICH nicht!"

Das ist ein Satz, den ich schon oft gehört habe. Meistens von Menschen, die eine sehr große Festung um ihr verletztes Herz gebaut haben, an der ja niemand rütteln darf, damit die Mauern nicht einstürzen und sie schutzlos da stehen. Das macht Sinn. Das hat die Natur schon gut eingerichtet, dass es Abwehrmechanismen gibt, um uns zu schützen. Verschiebung etwa oder Reaktionsbildung, Sublimierung, Projektion (wie der Analytiker sagen würde). Charakter-Panzer (wie der Körpertherapeut sagen würde).

 

Vielleicht lohnt es sich aber, noch einmal neu darüber nachzudenken, sich für eine Selbstreflektion zu öffnen, wenn es immer wieder zu ähnlichen Konflikten (inneren wie äußeren) kommt. Diese Konflikte können sich in Krankheiten, Schlafproblemen, Stress, Sozialem Rückzug, chronischer Unzufriedenheit, Essstörungen, Problemen am Arbeitsplatz usw. äußern. Sie kommen vielgestaltig. Als Streit, Eifersucht, Herzrasen, Hautprobleme, Rückenschmerzen, depressiven Verstimmungen usw.

 

Die Bereitschaft und Motivation eines Klienten ist immer die Voraussetzung, dass sich in seinem Leben etwas positiv in Bewegung setzen kann. Daran läßt sich nicht rütteln. Verharrt man in seinen, meist in der frühen Kindheit erworbenen, Mustern, wird das Leben aller Wahrscheinlichkeit nach in seinen "gewohnten" Bahnen weiterlaufen aber nicht wirklich in Fluss kommen. Die Muster waren in der Kindheit sehr, sehr hilfreich - oft auch Überlebensnotwendig. Aber heute sind Sie erwachsen und brauchen diese Schutzfunktionen in der Regel nicht mehr.

 

Wenn Sie beim Lesen dieser Zeilen ins Zweifeln kommen, ob Ihre gewohnten Bahnen noch die für Sie passenden sind, lade ich Sie ein, den Ausspruch "Psychotherapie? Sowas brauch ICH nicht!" zu überdenken.

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